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EU verrät Prinzipien und privilegiert angelsächsische Muttersprachler

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Die Reden der EU-Granden sind üblicherweise gespickt mit Begriffen wie Gleichberechtigung, Vielfalt und Respekt voreinander. Doch wie sieht die Wirklichkeit aus? Immer mehr Informationen sind nur noch für angelsächsische Muttersprachler geschrieben, die restlichen EU-Bürger werden diskriminiert. Jetzt auch bei ERASMUS+, dem Programm für Bildung, Jugend und Sport.

Die Website des Programms ERASMUS+ einschließlich aller verknüpften Informationsmaterialien gibt es nur in englischer Sprache, die anderen Amtssprachen der Europäischen Union ‒ Bulgarisch, Dänisch, Deutsch, Estnisch, Finnisch, Französisch, Griechisch, Irisch, Italienisch, Kroatisch, Lettisch, Litauisch, Luxemburgisch, Maltesisch, Niederländisch, Polnisch, Portugiesisch, Rumänisch, Schwedisch, Slowakisch, Slowenisch, Spanisch, Tschechisch, Ungarisch ‒ werden mißachtet.

Angeblich sind Übersetzungen für den April 2014 vorgesehen; der erste Termin für die Vorstellung von Projekten (17. März 2014) ist dann bereits überschritten.

Die Website ERASMUS+ verstößt gegen Europäisches Recht. So bestimmt Art. 8 des Vertrags über die Europäische Union:

„Die Union achtet in ihrem gesamten Handeln den Grundsatz der Gleichheit ihrer Bürgerinnen und Bürger, denen ein gleiches Maß an Aufmerksamkeit seitens der Organe, Einrichtungen und sonstigen Stellen der Union zuteil wird. [...]“

In den Artikeln 21 (Nichtdiskriminierung) und 22 (Vielfalt der Kulturen, Religionen und Sprachen) der Charta der Grundrechte der Europäischen Union heißt es:

„(1) Diskriminierungen insbesondere wegen des Geschlechts, der Rasse, der Hautfarbe, der ethnischen oder sozialen Herkunft, der genetischen Merkmale, der Sprache, der Religion oder der Weltanschauung, der politischen oder sonstigen Anschauung, der Zugehörigkeit zu einer nationalen Minderheit, des Vermögens, der Geburt, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Ausrichtung sind verboten.

Die Union achtet die Vielfalt der Kulturen, Religionen und Sprachen.“

Wohlfeile Sonntagsreden von Politikern und Amtsträgern zur Bedeutung der Sprachenvielfalt für die Europäische Union bei gleichzeitiger Mißachtung eben dieses Prinzips durch Einrichtungen der Europäischen Union sind Verrat und Betrug am europäischen Gedanken.

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